2020 haben NECROPHOBIC mit “Dawn of the Damned” den Titel fürs Album des Jahres abgestaubt. ASPHYX zeigen im Januar 2021, dass dieser Titel durchaus auch zu Beginn eines neuen Jahres eingeheimst werden kann: Auf “Necroceros” läuft die niederländische Death Metal-Institution nämlich zur Höchstform auf. Selbst wenn dieses mal nicht Dan Swanö (EDGE OF SANITY, PAN-THY-MONIUM) an den Reglern sitzt, erinnert die “Necroceros”-Produktion stark an vergangene ASPHYX-Produktionen. Da hat Mischer Sebastian “Seeb” Levermann (ORDEN OGAN) in den Greenman Studios also ganze Arbeit geleistet.

ASPHYX sind auf “Necroceros” tonnenschwer – egal ob schnell oder langsam

ASPHYX zeigen sich auf ihrem 10. Full Length-Album weder langsamen noch schnelleren Parts abgeneigt. In Sachen “langsam und melodiös” zeigt sich “Molten Black Earth” als erster Höhepunkt, bevor sich ASPHYX in einer unheiligen Headbanging-Trifecta – angefangen mit dem fast schon rockigen “Knights Templar Stand” – zu “In Blazing Oceans” durcharbeiten. Das Trio “Knights Templar Stand”, “Three Years of Famine” und das mit einem ungewohnten Thema aufwartende “Botox Implosion” zeigen ASPHYX in Bestform. Und ja, wenn die Niederländer flott unterwegs sind – immer mit dem rhythmisch sicheren Bodenbrett von Bassist Alwyn Zuur und Drummer Stefan Hüskens – dann denkt man unweigerlich an die zu Grabe getragenen Glanzzeiten von BOLT THROWER und HAIL OF BULLETS.

ASPHYX liefern fesselnde Gitarrenmelodien inmitten tonnenschweren Todesstahls

“Necroceros” wartet in “Three Years of Famine” gar mit ungewohnten Gitarrenmelodien auf. Die Überraschung gipfelt in einem cleanen (!) Teil, wo gar der beinharte Drummer Stefan Hüskens zeigt, dass er sein Schlagzeug auch sanft streicheln kann. Die folgende doppelstimmige Melodie, die Paul Baayens kredenzt, ist neu für ASPHYX, aber gleichzeitig unverkennbar ASPHYX – die Gratwanderung zwischen bekannten Elementen und Innovation gelingt den Death Metallern somit fulminant.

Charismatischer Gesang der Death Metal Legende Martin van Drunen

Fulminant ist auch der Gesang von Death Metal-Legende Martin van Drunen. Während andere Sänger des Genres es verpassen, in Würde zu altern, legt van Drunen eine energiegeladene Gänsehaut-Einlage nach der anderen hin. Schon als er in “The Sole Cure is Death” seine Stimme zum ersten Mal erhebt, wähnt man sich unweigerlich an einem ASPHYX-Konzert (ja, und daran kann selbst 2020 nichts ändern). Es ist diese Live-Leidenschaft, dieses Charisma, dieser unverkennbare Charakter – an die Death Metal-Röhre von Martin van Drunen kommt einfach keiner ran. 

“In Blazing Oceans” als ultimativer Anspieltipp auf “Necroceros”

Am eindringlichsten gelingt ASPHYX schliesslich der Song “In Blazing Oceans”, wo Paul Baayens von den Melodien her gefährlich nahe in schwedische Gewässer vordringt – doch dann wieder elegant in ASPHYX-eigene Death Metal-Regionen zurückkehrt. Überhaupt merkt man, dass die Band in ihrem Songwriting weiter gereift ist. ASPHYX machen weder den Fehler zu stagnieren, noch werfen sie mit radikaler Innovation alles über den Haufen, was sie sich während Jahrzehnten erarbeitet haben. “Necroceros” ist ein süchtig machendes, unglaublich starkes Death Metal-Album, das es vermag, die Live-Energie von ASPHYX einzufangen. Einfach nur wunderbar.

Veröffentlichungsdatum: 22.01.2021
Spieldauer: 50:16
Label: Century Media
Website: http://www.asphyx.nl

Line Up
Martin van Drunen (GRAND SUPREME BLOOD COURT) – Vocals
Paul Baayens (SIEGE OF POWER, THANATOS) – Gitarre
Alwyn Zur (BERZERKER LEGION, GRAND SUPREME BLOOD COURT) – Bass
Stefan Hüskens (CARNAL GHOUL) – Drums

Trackliste
1. The Sole Cure Is Death
2. Molten Black Sun
3. Mount Skull
4. Knights Templar Stand
5. Three Years of Famine
6. Botox Implosion
7. In Blazing Oceans
8. The Nameless Elite
9. Yield or Die
10. Necroceros